China im Griff der Dürre

26.03.2010 | Berlin
Die eigentlich regen- und wasserreiche Provinz Yunnan im Südwesten Chinas ist von einer extremem Dürre und Trockenheit betroffen. Wie der WWF mitteilte habe es seit einigen Monaten kaum geregnet, hinzu komme eine um zwei Grad höhere Durchschnitts-Temperatur.

"Verschärft wird die Krise durch die Tatsache, dass zwei Drittel der Bevölkerung in den Tälern und damit gerade einmal auf einem zwanzigstel der Fläche leben", sagt Martin Geiger, Leiter Bereich Süßwasser beim WWF.

"Die Bewohner Yunnans können daher nur auf fünf Prozent der Wasserressourcen zugreifen." Viele Millionen Menschen hätten in Folge der Regenausfälle nur noch sehr beschränkten Zugang zu Trinkwasser. Auch ein Drittel der Landwirtschaft befindet sich nach WWF-Angaben auf diesen kleinen Landesteilen. Das führe dazu, dass selbst in der wasserreichen Provinz auf einer Fläche von mehr als einer Million Hektar ein totaler Ernteausfall zu erwarten ist. Erschwerend kommen Stromausfälle hinzu. Schätzungen zufolge stammen 70 Prozent des Stroms in Yunnan von Wasserkraftwerken. Auch die Natur leidet unter der Dürre, vor allem die vom Wasser und Feuchtgebieten abhängigen Amphibien werden stark betroffen sein und einige Zeit brauchen, um sich zu erholen, so der WWF. Chinesische Wissenschaftler betrachten den El Nino Effekt oder auch den Klimawandel als eine mögliche Ursache.

"Diese Dürrekatastrophe zeigt, wo bei extremer Trockenheit die Verwundbarkeiten liegen", warnt Martin Geiger. Es müsse daher geprüft werden, wie die Risken für Mensch und Natur vermindert werden können. Bei zukünftigen Investitionsentscheidungen für neue Wasserkraft, Straßenbau oder Industrie, besonders für Wasser kritische Sektoren wie den Bergbau oder die Aluminiumproduktion, müssten diese Risikofaktoren unmittelbar einfließen. "Es muss sichergestellt werden, dass die Menschen und die Natur auch während extremen Trockenperioden ausreichend Wasser zur Verfügung haben", fordert WWF-Experte Geiger. Regionale und landwirtschaftliche Planung, als auch das existierende System von Naturschutzgebieten sollte daraufhin untersucht werden, ob mögliche Folgen des zu erwartenden Klimawandels ausreichend berücksichtigt werden. Bei Bedarf müssten entsprechende Maßnahmen ergriffen oder Anpassungen vorgenommen werden.

Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland

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