Dioxin in Lebens- und Futtermitteln: Bundesregierung drückt sich vor Verantwortung

19.05.2010 | Berlin
Zur Diskussion über Konsequenzen aus der Verunreinigung von Futtermitteln und Eiern mit Dioxin erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik:

In der heutigen Sitzung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz versuchten die Mitglieder von CDU/CSU und FDP, der Bio-Branche die Schuld an den jüngsten Dioxinfunden in Eiern und Mais zuzuschieben. Damit will die Regierung vom eigentlichen Problem und ihrer eigenen Verantwortung ablenken: Dioxinfunde in Lebens- und Futtermitteln sind leider kein "Bio-Thema", sondern ein grundsätzliches Problem: Allein zwischen Februar und April 2010 gab es sechs Dioxin-Fälle im europäischen Schnellwarnsystem (RASFF), keiner davon im Bio-Bereich. Betroffen waren Tiefkühl Sardinien aus Frankreich, Dorschleber aus Polen, getrocknetes Basilikum aus Ägypten, Vitamin-A-Palmitat aus China, Futtermittelzusatzstoffe aus Spanien und Braunalgenmehl aus Irland.

Eben weil Dioxine so gefährlich und weit verbreitet sind (aus Altlasten oder Verbrennungsprozessen), brauchen wir wirkungsvolle Kontrollsysteme. Diese müssen möglichst am Ursprung ansetzen (wie etwa Importkontrollen oder Eingangskontrollen bei Futtermühlen), nur dann können die Verbraucherinnen und Verbaucher rechtzeitig vor dem Kauf oder Verzehr von belasteten Produkten gewarnt werden. Auch ökonomisch machen frühe Kontrollen den meisten Sinn, weil die Kosten der teuren Dioxin-Analysen so auf große Warenmengen umgelegt werden können. Darüber hinaus müssen natürlich Futtermittel-, Veterinär- und Lebensmittelkontrollen im Hinblick auf Dioxin und dessen Monitoring massiv verstärkt werden.

Diese Fakten sind der Bundesregierung bekannt. Umso schändlicher ist daher der Versuch, mit Attacken auf die Bio-Branche die öffentliche Aufmerksamkeit in eine falsche Richtung zu lenken, statt Verbraucherschutz ernst zu nehmen und endlich die nötigen Maßnahmen einzuleiten

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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