Einheitliche internationale Lebensmittel-Standards für Bekämpfung von Unterernährung bei Kindern
Bei der 33. Sitzung des Codex-Komitees für Ernährung und diätetische Lebensmittel (CCNFSDU) haben bis zum heutigen Freitag in Bad Soden am Taunus Experten aus der ganzen Welt über Anforderungen an die Zusammensetzung von Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder beraten.
Weiteres Thema der Sitzung war die bedarfsgerechte Ernährung von unterernährten Kleinkindern. Außerdem wurden wichtige Fragen der Ernährung behandelt, wie die Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitaminen und Mineralstoffen sowie die empfohlenen Mengen an Salz und gesättigten Fettsäuren. Deutschland fungiert seit Gründung des Komitees im Jahre 1966 als dessen Gastgeberland. An der Tagung in Bad Soden nahmen Fachleute aus 84 Nationen und 34 Nichtregierungsorganisationen sowie der Welternährungsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) teil.
"Die Arbeiten des Codex Alimentarius und seiner Komitees sind für die Wahrung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit weltweit von besonderer Bedeutung", sagte der Parlamentarische Staatssekretär Peter Bleser bei der Tagung. "Die zunehmenden Verflechtungen des internationalen Handels mit Lebensmitteln und Rohstoffen zur Lebensmittelherstellung erfordern Lösungen, die einzelstaatlich nicht zu bewältigen sind. Die internationalen Standards und Leitlinien des Codex Alimentarius sind heute nicht mehr wegzudenken." Die Bundesregierung, so Bleser, unterstütze die Arbeiten des Codex Alimentarius mit Nachdruck.
Kinder sind in besonderem Maße von Unterernährung betroffen. Sie benötigen gerade in den ersten drei Lebensjahren eine spezielle Ernährung, ausgewogen und altersgerecht. Hilfsorganisationen bemängeln, dass Lebensmittel für Kleinkinder aus Hilfslieferungen aber häufig nicht bedarfsgerecht seien, unter anderem, weil es bisher keine Standards für derartige Lebensmittel gibt. In Bad Soden wurden nun solche Regelungen für die Zusammensetzung von getreidebasierter Beikost für untergewichtige Säuglinge und Kleinkinder getroffen.
Nicht nur Hunger und Unterernährung beschäftigten die Experten auf ihrer fünftägigen Tagung, sondern auch krankhaftes Übergewicht und Fehlernährung, bekannte Risikofaktoren für ernährungsbedingte Krankheiten wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und verschiedene Krebserkrankungen. Die Arbeiten des Komitees zur Erstellung von Referenzwerten für die Nährwertkennzeichnung für Vitamine und Mineralstoffe sowie für Nährstoffe, die mit ernährungsbedingten Krankheiten in Verbindung gebracht werden, tragen dazu bei, die Informationen der Verbraucherinnen und Verbraucher über die Nährwerte eines Lebensmittels zu verbessern und ermöglichen damit die richtige Auswahl der Lebensmittel.
Der Codex Alimentarius ist ein gemeinsames Standardisierungsprogramm der Welternährungsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das seit Anfang der sechziger Jahre besteht. Ziel der Arbeiten des Codex Alimentarius und seiner Komitees sind die Sicherstellung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und die Förderung fairer und transparenter Praktiken im internationalen Handel mit Lebensmitteln. Das Komitee für Ernährung und diätetische Lebensmittel befasst sich bei seinen jährlich stattfindenden Tagungen mit Fragen der Ernährung und der Festlegung von Anforderungen bei Lebensmittel für besondere Ernährungszwecke. Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder bilden einen Schwerpunkt.
Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
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