Gentechnik-Forschung geht am Markt vorbei. BUND und Bioland fordern mehr Transparenz bei der staatlichen Forschungsförderung
die Privatwirtschaft oder die Gesellschaft, die dafür bezahle, so der Vorwurf der Verbände. Das gelte insbesondere für Projekte, die im Rahmen der sogenannten Hightech-Strategie von Forschungsministerin Schavan angestoßen worden seien.
Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Die Forscher müssen endlich für die Gesellschaft forschen, die sie finanziert. Gentechnik-Projekte werden zwar mit Steuergeldern in dreistelliger Millionenhöhe gepäppelt. Doch bisher sind die Forscher den Beweis schuldig geblieben, dass die Agro-Gentechnik tatsächlich die Lösungen bietet, die sie versprochen hat. Pflanzen, die dem Klimawandel trotzen und sich für eine umweltfreundliche Energiegewinnung eignen, sind nicht in Sicht. Statt weiterhin knappe staatliche Mittel in eine von der Gesellschaft nicht akzeptierte Technologie zu stecken, muss es in der Forschungspolitik ein Umdenken geben: Weg von den Gentech-Pflanzen und hin zu einer Förderung der klassischen und ökologischen Pflanzenzüchtung."
Die Verbände kritisierten die Zusammensetzung des "Rundes Tisches" als einseitig. Thomas Dosch, Präsident von Bioland: "Wenn von 24 Geladenen gerade sechs dem kritischen Lager zuzurechnen sind, dann läuft das der Idee eines Runden Tisches völlig zuwider. Runde Tische leben von der gleichberechtigten Teilhabe und einem Dialog auf Augenhöhe. So aber ist klar: Die Verfechter der Gentechnik in der Landwirtschaft wollen unter sich bleiben, den Kritikern wird der Katzentisch zugewiesen. Das zeigt, dass Forschungsministerin Schavan kein Interesse an der von ihr angemahnten Wertedebatte hat, sondern auf ein blindes "Weiter so" setzt."
Quelle: Pressemeldung Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V.
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