IHK: Südafrika bietet langfristig Perspektiven

11.09.2008 | Sailauf
Wirtschaftstag in Mainz beleuchtet Chancen und Risiken eines Markteintritts für deutsche Mittelständler in Südafrika

Südafrika ist für deutsche Unternehmen ein zunehmend interessanter Markt. Gerade für rheinland-pfälzische Firmen erweist sich die Kap-Republik als lukratives Exportziel. Spürbare Impulse erhält das Land derzeit als Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2010, aber auch langfristige Perspektiven mehren sich. Das wurde deutlich beim Wirtschaftstag Südafrika, zu dem die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen gemeinsam mit dem Generalkonsulat Südafrikas mittelständische Unternehmer nach Mainz eingeladen hatte.

„Südafrika gilt als wirtschaftliches Kraftzentrum und birgt für unsere Unternehmen vielversprechende Chancen vor allem in den Branchen Infrastruktur, Transport, Verkehr und Energie“, empfahl IHK-Geschäftsführer Günter Jertz den Unternehmern, einen Markteinstieg zu prüfen. Zudem hat sich Deutschland in den vergangenen Jahren mit (2007) 3,7 Milliarden EUR zum größten Direktinvestor und außerdem zum wichtigsten Importland Südafrikas entwickelt, vor allem dank Investitionsgütern und dem wachsenden Technologietransfer.

Laut Jertz trugen dazu zuletzt vor allem die rheinland-pfälzischen Firmen bei. Während die bundesweite Ausfuhr nach Südafrika von 2006 auf 2007 auf hohem Niveau von 7,37 Milliarden EUR um 3,4 Prozent auf 7,12 Milliarden EUR sank, verbuchte das Bundesland ein Ausfuhr-Plus um 7,9 Prozent von 373,7 Millionen EUR auf 403,3 Millionen EUR. Wermutstropfen aus südafrikanischer Sicht: Im gleichen Zeitraum sackte die Einfuhr nach Rheinland-Pfalz um 25,2 Prozent auf 90,4 Millionen EUR ab, während der Bund einen Zuwachs um 6,6 Prozent auf 4,39 Milliarden verzeichnete. Rheinland-pfälzische Exportschlager ans Kap sind Lkw und Spezialfahrzeuge, Maschinen und chemische Enderzeugnisse. Aus Südafrika bezieht das Bundesland vor allem Wein, Aluminium und Maschinen.

Dass sich in seiner Heimat nach wie vor die Konjunktur positiv entwickelt, berichtete Wirtschaftskonsul Vusi Mweli vom Generalkonsulat der Republik Südafrika in München. Demnach wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2007 um etwa 5 Prozent. Dazu bei trug eine Wachstumsinitiative der Regierung im Hinblick auf die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2010. Getragen wird das Wachstum außerdem von einer anhaltend guten Gesamtnachfrage – auch im Konsum. Immerhin sind in den letzten drei Jahren rund 1,5 Millionen neue Arbeitsplätze entstanden. Größte Arbeitgeber sind Handel, verarbeitende Industrie, Landwirtschaft und Finanzbranche. Wenn die Konjunktur derzeit etwas abkühlt infolge der weltweiten Energiekrise, bleibt Südafrikas Regierung zuversichtlich. Sie rechnet laut Mweli in 2008 mit einem Wachstum bis zu 4,5 Prozent, in den Jahren ab 2009 auch darüber.

Einen Erfahrungsbericht über ihr unternehmerisches Engagement in Südafrika lieferte Ellen Üstün vom Trierer Hersteller von Verkehrsmanagementsystemen, Weiss-El Einen Erfahrungsbericht über ihr unternehmerisches Engagement in Südafrika lieferte Ellen Üstün vom Trierer Hersteller von Verkehrsmanagementsystemen, Weiss-Electronic GmbH. Ihren Ausführungen zufolgen genießen deutsche Firmen und deutsche Technologie hohes Ansehen. Einstellen müssten sich deutsche Investoren auf die südafrikanische Mentalität: „Südafrikaner sind schnell begeistert. Die Geschäftsabschlüsse dauern aber länger, als man denkt.“ Auch komme es sehr oft zu Stromausfällen, was die Kommunikation erschwere. So bräuchten Neueinsteiger „unendlich viel Geduld und einen sehr langen finanziellen Atem“. Allerdings biete gerade der Nachholbedarf in Sachen Infrastruktur auf lange Sicht eine Perspektive für deutsche Firmen.

Quelle: Pressemeldung Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen

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