Individuelle, ortsbezogene Verkehrsdienstleistungen für ältere Menschen im ländlichen Raum

16.10.2009 | Bayreuth
Jung gebliebene, aktive Senioren wollen immer länger mobil bleiben. Deren wachsende Zahl und die Tendenz, dass diese seltener innerhalb der eigenen Familie leben bzw. versorgt werden und nicht immer das Auto nutzen wollen oder können, erfordert künftig ein angepasstes Mobilitätsangebot.

Der Freistaat Bayern hat diese Zielgruppe und deren Bedürfnisse schon seit längerer Zeit im Blick und setzt mit einem weiteren Projekt Maßstäbe auch für andere Bundesländer in Hinblick auf den demographischen Wandel. Die Fraunhofer-Gesellschaft und mehrere Partner sind in das Projekt eingebunden.

Mit dem Projekt "iMo-immer Mobil" soll es im ländlichen Raum ermöglicht werden, einfach und komfortabel aktuelle Mobilitätsangebote zu nutzen. Grundidee ist die Verbesserung des Abgleichs und der Vernetzung zwischen Angebot und Nachfrage von Verkehrsdienstleistungen mithilfe von speziellen Telematik- und IuK-Technologien. Dabei können neben den klassischen ÖPNV-Angeboten auch spezielle unregelmäßige Angebote sozialer und privater Transportdienstleister wie soziale Fahrdienste, Bürgerbus oder Sammeltaxi einbezogen werden.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, alle aktuellen Fahrangebote mit Status, Standorten und Zielen zentral zu erfassen und darzustellen. Unregelmäßige und spontane Angebote werden über spezielle Telematiksysteme berücksichtigt und dynamisch abgebildet. Auf dieser Basis soll älteren Menschen ein Dienst zur Verfügung gestellt werden, der aktuell und ortsbezogen die verschiedenen möglichen Transportdienstleistungen vermittelt.

Das Informieren, Anfordern und Buchen wird über einfach zu bedienende mobile Endgeräte und Dienste ermöglicht. Unterstützen soll dies ein integriertes onlinefähiges Informationssystem, das aktuell und ortsabhängig Anfragen und Angebote vergleicht und passende Fahrgelegenheiten anbietet. Der Dienst soll sowohl über Internet als auch über mobile Geräte und das Telefon nutzbar gemacht werden. Die Vermittlung des Fahrangebotes erfolgt individuell. Es werden dabei der aktuelle Aufenthaltsort und persönliche Einstellungen berücksichtigt, wie Vorlieben, maximaler Fußweg, maximale Wartezeit oder Kosten. Für die Nutzer erschließt sich so die Möglichkeit, integrierte Mobilitätsinformationen zu erhalten und dadurch spontan und ortsbezogen geeignete Transportdienstleistungen anzufordern.

Auch bei den Bedienmöglichkeiten möchte man den Bedürfnissen und Anforderungen älterer Menschen gerecht werden. Es sollen im Projekt mehrere Varianten von Nutzerdiensten und Endgeräten, inklusive einer Call-Center-Lösung, konzipiert und getestet werden. Nach der Demonstrationsphase werden die Daten ausgewertet und das Potenzial zur Nutzung und Verbesserung der Mobilitätsbedürfnisse dargestellt.

Projektpartner sind neben den beiden Fraunhofer-Instituten für Materialfluss und Logistik IML sowie Software- und Systemtechnik ISST die Regionalverkehr Oberbayern und Deutsche Bahn Oberbayernbus, die Oberste Baubehörde, Bayern, sowie die VCE Verkehrslogistik Consulting & Engineering. Weiter arbeiten am Projekt mit die AOK Bayern, der Malteser Hilfsdienst, die Landkreise Rosenheim und Traunstein, die Unternehmen proTime, Lange & Fendel Software, INN-Taxi , Mobile Dienste Aicherhof sowie LICON Logistics und weiteren assoziierten Partnern.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

(RFN/MK)

Quelle: Pressemeldung Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

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