Mecklenburg-Vorpommern rechnet sich zum Klimaretter

26.05.2009 | Frankfurt am Main
WWF, Klima-Allianz und BUND entzaubern Energiekonzept der Landesregierung / Steinkohlekraftwerk erhöht mittelfristig die Strompreise und gefährdet die Klimaziele

Eine gemeinsame Studie von WWF, Klima-Allianz und BUND hat grundlegende Mängel an den energiepolitischen Leitlinien des Landeskonzeptes "Energieland 2020" festgestellt. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hatte kürzlich ein Konzept vorlegt, wie sie sich die Energieversorgung in Mecklenburg-Vorpommern bis 2020 vorstellt. Zentraler Teil dieses Konzepts ist der Bau eines Kohlekraftwerks in Lubmin in der Nähe von Greifswald. Die heute in Schwerin vorgestellte Studie stellt fest, dass das Landeskonzept grundlegend an den Bedürfnissen einer modernen Klimapolitik vorbeigeht. Der Bau eines Kohlekraftwerks Lubmin ist ökonomisch und ökologisch unsinnig. Verfasst wurde die Studie vom arrhenius Institut für Energie- und Klimapolitik.

"Mit dem Bau eines Kohlekraftwerks in Lubmin gefährdet die Landesregierung die langfristigen, deutschen Klimaziele und betreibt damit eine unverantwortliche Energiepolitik", sagt Brick Medak, Klimaexperte vom WWF Deutschland. Unser klimapolitischer Spielraum ist sowieso schon sehr eingeengt. Der Bau eines jeden neuen Kohlekraftwerks führt uns nur weiter in die klimapolitische Sackgasse", so Medak. In ganz Deutschland gibt es deshalb einen immer stärkeren Widerstand gegen Kohlekraftwerke. Auch die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sollten sich von der Landesregierung nicht an der Nase herumführen lassen.

"Die Annahme, Mecklenburg-Vorpommern könne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig eines der größten Steinkohlekraftwerke der Bundesrepublik betreiben ist nicht zu halten", so der Verfasser der Studie, Dr. Sven Bode bei der Vorstellung in Schwerin. "Insbesondere der Ansatz der Landesregierung, in ihrer Landesstrategie "Energieland 2020" für die Emissionsermittlung die sogenannte Verursacherbilanz zu verwenden, führt in die Irre", so Bode..Dieser Ansatz erlaube lediglich eine CO2-Senkung auf dem Papier. Faktisch steigen mit einem neuen Kohlekraftwerk in Lubmin die Emissionen in Mecklenburg-Vorpommern massiv an. "Und auch ein Export von Strom und damit ein vermeintlicher Export von CO2-Emissionen entlaste die Klimabilanz Mecklenburg-Vorpommerns nicht. Der Standort Lubmin ist energiepolitisch und volkswirtschaftlich nicht sinnvoll", erläutert Bode weiter. "Der Bau eines Kohlekraftwerks in Lubmin dürfte auch nicht zum Sinken der Strompreise führen, wie die Landesregierung behauptet. Ganz im Gegenteil: er würde das Risiko steigender Strompreise sogar erhöhen", betont Bode.

Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland

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