Milchstreit: Bundesregierung setzt falsches Signal
Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. begrüßt ausdrücklich den langsam einsetzenden Strukturwandel weg von tierischen zu pflanzlichen Fetten im Verbraucherverhalten und in der Ernährungswirtschaft. Nachweislich ist der Rückgang der Nachfrage nach Milchprodukten um ca. 5-10 % auf die mehr und mehr vorgenommene Umstellung der Lebensmittelproduktion durch die Industrie zurückzuführen. Auch die Verbraucher enthalten sich vermehrt des Konsums von Milchprodukten und wenden sich mehr pflanzlichen Produkten (Margarine, pflanzliche Aufstriche, Sojadrinks etc.) zu.
"Diesen Strukturwandel wünschen sich auch viele Bauern und mit Schnäppchen-Wahlkampfgeschenken von der Bundesregierung wird er sich nicht aufhalten lassen", so Dr. Edmund Haferbeck, promovierter Agrarwissenschaftler und wissenschaftlicher Berater von PETA Deutschland e.V. "Würden die strukturkonservativen Landwirtschaftskammern eine andere Beratungspolitik betreiben, würde es nicht zu solchen Krisen auf den landwirtschaftlichen Märkten kommen. Solange die konventionelle Landwirtschaft mit Steuergeldern gefördert und auch in dieser Richtung beraten wird, dürfte es immer wieder solche existenziellen Krisen geben."
Die Bundesregierung, vertreten vor allem durch das Verbraucherschutzministerium, welche die aus tierschutzrechtlicher Sicht längst überfälligen Gesetzgebungsverfahren verhindert und damit mittelbar zu Tierquälerei und zur Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung beiträgt, verstößt mit der Förderung der Milchproduktion gegen ihre eigenen Klimaziele. Unstreitig ist, dass gerade Milchprodukte neben dem Fleisch die klimaschädlichsten Faktoren sind und ohnehin drastisch gemindert werden müssten, anstatt noch Steuergelder, auch von Vegetariern, für diese Branche zu verschwenden.
"Die völlig überzüchteten Tiere in der Milchproduktion sind bedauernswerte Mitgeschöpfe, die der Gesetzgeber auch unter dem Gesichtspunkt des Staatsschutzziels Tierschutz in der Verfassung Deutschlands unter Schutz stellen müsste, anstatt sie mit der Hochschulforschung in den Agrarwissenschaften noch weiter zu Höchstleistungen zu puschen", so Dr. Haferbeck weiter. "Ganz abgesehen davon, dass die Milchindustrie untrennbar mit der tierquälerischen Kälberhaltung verbunden ist, die viele Verbraucher ebenso ablehnen."
Das gesamte Subventions-, Förder- und Forschungssystem für den agrarindustriellen Komplex, noch dazu gestützt von einer verminderten Mehrwertsteuer zum Nachteil klimaschonender und gesünderer vegetarischer Lebensmittel, ist strukturpolitischer Irrsinn und wird zu noch weit größeren Krisen führen als bislang erlebt.
Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.
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