Moorrenaturierung stärkt Natur- und Klimaschutz

22.06.2010 | Augsburg
Neuer Handlungsschlüssel des Landesamtes mit Praxistipps für den Moorschutz vorgestellt

"Moorrenaturierung hilft bedrohten Arten und schützt das Klima, ist aber äußerst anspruchsvoll, gilt es doch über jahrhundert wirkende natürliche Entstehungsprozesse im Zeitraffer zu aktivieren" betonte Albert Göttle, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), anlässlich eines Workshops zur Moorrenaturierung in Weilheim. Über 70 -Experten diskutieren heute über konkrete Praxistipps zur Moorrenaturierung. Denn ob Torf oder mineralisches Material zur Aufschüttung von Dämmen verwendet wird, ob dabei zusätzlich hölzerne oder metallene Spundwände eingesetzt werden - das Ziel bleibt dasselbe: Das Grundwasser des Moores soll bis an die Geländeoberkante angestaut werden. Dann können sich die spezialisierten Moorpflanzen wieder einstellen und gleichzeitig wird die Freisetzung von Klimagasen aus dem entwässerten Moorkörper gestoppt. Die Erfahrung aus der Sanierung von 29 Mooren Bayerns stellt das LfU Naturschutzbehörden, Verbänden, Planern und Fachleuten zur Verfügung. Der neue Leitfaden unterstützt mit Schritt-für-Schritt-Entscheidungshilfen. "Die aktuell laufenden Renaturierungsprojekte in Regen- und Übergangsmooren können so das Renaturierungsziel je nach Wasserhaushalt, Relief und Zersetzungsgrad des Torfes optimal erreichen", so Göttle.

Moorrenaturierung steht derzeit auf der Agenda der Naturschutz-Experten des Landesamtes sehr weit oben: Allein bis 2010 stehen in Bayern acht Millionen Euro aus dem Klimaprogramm 2020 dafür zur Verfügung. Neben wissenschaftlichen Begleituntersuchungen zur Klimarelevanz von Mooren dienen diese Mittel vor allem dem Ankauf von entwässerten Moorflächen und ihrer Renaturierung. Fachleute des LfU und der Regierungen haben dabei vor allem Hochmoore im Auge. Langfristiges Ziel ist es, bis 2020 mindestens 50 ausgewählte Moore zu renaturieren. Ein besonders gelungenes Beispiel für eine klimafreundliche Hochmoor-Renaturierung ist das Schechenfilz bei Iffeldorf, das die Moor-Experten im Rahmen einer Exkursion besuchen.

Quelle: Pressemeldung Bayerisches Landesamt für Umwelt

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