Neues Konzept "Alpine Biodiversität"
"Der gesamte Alpenraum muss auf europäischer Ebene den Stellenwert bekommen, der ihm zusteht. Es gibt europäische Strategien für die Ostsee und demnächst für den Donauraum. Da dürfen die Alpen als Naturwunder, Lebensraum und Wirtschaftsregion nicht fehlen", so Söder. Bayern will die gemeinsame Alpenstrategie in einem internationalen Projekt federführend vorantreiben. Söder forderte von der EU, das Transnationale Alpenraumprogramm über das Jahr 2013 weiterzuführen und aufzustocken. Den Anteil der EU-Mittel für die Alpen solle der Bund erhöhen. "Derzeit setzt Berlin nur 13 Prozent der EU-Mittel in den Alpen ein, im Ostseeraum dagegen 38 Prozent. Dieses Ungleichgewicht muss abgebaut werden", so Söder. Zudem sollten die Einnahmen des Bundes aus dem Emissionshandel teilweise für den Schutz der Alpen verwendet werden. ARGE ALP, Alpenkonvention, Verbände, Kommunen und Wissenschaftseinrichtungen sollen durch öffentliche Regionalforen in die Erarbeitung der Strategie eingebunden werden.
Die Temperaturen sind in Alpen in den vergangenen 100 Jahren doppelt so stark gestiegen wie im weltweiten Durchschnitt. Bayern hat deshalb zur Anpassung an den Klimawandel zahlreiche Maßnahmen gestartet. Dazu gehört unter anderem der Bergwaldumbau, die Moorrenaturierung, der Hochwasser- und Lawinenschutz sowie die Risikovorsorge gegen Naturgefahren. Noch in diesem Jahr soll der bayerische Aktionsplan "Alpine Biodiversität" vorgestellt werden. Dieser könnte laut Söder ein zentraler Baustein der Alpenstrategie werden. Arten müssten auf den Klimawandel reagieren können. Daher brauche es ein grenzüberschreitendes ökologisches Verbundsystem, um Korridore für ihre Wanderung zu sichern.
Auch als Region soll der Alpenraum gestärkt werden, zugleich seine alpine Identität und Tradition behalten. Regionale Produkte aus der Almwirtschaft könnten ökologisch erzeugt und gemeinsam grenzüberschreitend vermarktet werden.
Die gemeinsame Erklärung unterzeichneten Silvia Jost vom Schweizerischen Bundesamt für Raumentwicklung, Landesrat Dr. Michl Laimer aus Südtirol, Landeshauptmann-Stellvertreter Hannes Gschwentner aus Tirol, Landesrat Erich Schwärzler aus Vorarlberg, Landesrat Blachfellner aus Salzburg, Vizepräsident Alberto Pacher aus Trient und Remo Fehr, Kanton Graubünden.
Quelle: Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
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