Nordseeschutz: Zu wenig und zu spät
"Europas Schutzbemühungen für seine Meere sind noch immer mangelhaft", sagt WWF-Experte Stephan Lutter anlässlich der Veröffentlichung einer aktuellen Studie der Umweltschutzorganisation zur Ausweisung von Schutzgebieten in der Nordsee. Mit der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) sind die EU-Mitgliedsstaaten die Verpflichtung eingegangen, Lebensräume und Arten auch auf See zu schützen und Meeresgebiete in das Natura 2000 Netzwerk aufzunehmen. Doch nach WWF-Angaben hinken die meisten Staaten den Zielvorgaben für Nordsee und Atlantik hinterher - und das, obwohl die Frist zur Umsetzung Ende 2008 verstrichen ist. Derzeit wird die Ausweisung von Meeresschutzgebieten der EU-Mitgliedsstaaten im irischen Galway auf den Prüfstand gestellt. Der WWF fordert, endlich die nach der FFH-Richtlinie definierten Gebiete in der Nordsee unter Schutz zu stellen. "Die EU-Staaten müssen ihren vertraglich geregelten Verpflichtungen nachkommen", sagt Stephan Lutter, der für die Umweltstiftung an der Konferenz teilnimmt. Außerdem sei es höchste Zeit, auch in anderen Regionen - wie der Ostsee oder dem Mittelmeer - ein umfassendes Netz an Meeresschutzgebieten auszuweisen.
Die aktuelle WWF-Studie macht schädliche Fischereipraktiken, etwa den Einsatz von Grundschleppnetzen, Offshore-Anlagen, Sand- und Kiesabbau und intensiven Schiffsverkehr als größte Gefahren für das Ökosystem Nordsee aus. Der Bericht benennt außerdem all jene Gebiete, die nach den Anforderungen der FFH-Richtlinie dringend geschützt und bewahrt werden müssten. Mit Ausnahme der Bundesrepublik Deutschland, die rund 30 Prozent von Nord- und Ostsee unter Schutz gestellt hat, verfehlen alle weiteren europäischen Staaten die Natura 2000-Ziele. "Vielen Ländern fehlt offensichtlich der politische Wille oder sie geben dem wachsenden Druck der Fischerei- oder Offshore-Lobby nach", sagt WWF-Experte Stephan Lutter.
So sind etwa in den ausschließlichen Wirtschaftszonen (200 Seemeilen ab der Küste) von Dänemark und Niederlande zahlreiche Riffe noch immer von den Grundschleppnetzen der europäischen Fischereiflotte bedroht. Ähnliches gilt für die britischen Gewässer, wo nur viel zu kleine Riff-Parzellen unter Schutz gestellt werden sollen. Außerdem weigert sich die britische Regierung entgegen der FFH-Richtlinie, dringend notwendige Gebiete für Delfine und Schweinswale auszuweisen. Bedroht sind nach wie vor auch weite Teile der Dogger Bank, ein submarines Hochplateau in der zentralen Nordsee. Zwar haben Deutschland und die Niederlande Teile der Dogger Bank unter Schutz gestellt, doch England und Dänemark weigerten sich bisher ihren Verpflichtungen nachzukommen.
Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland
Dieser Beitrag wurde bisher 57 mal gelesen.
(Rang 712 auf landwirtschaft-und-politik.de)
Weitere News
Geschenke für Mitarbeiter
13.03.2012 | In jedem Unternehmen bieten sich Gelegenheiten, bei denen die Mitarbeiter beschenkt werden können, so zum...
weiter in Geschenke für Mitarbeiter ...DFG unterstützt Kongresse und Tagungen
16.11.2011 | Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt im Januar 2012 folgende Kongresse und Tagungen:
weiter in DFG unterstützt Kongresse und ...Mit Großgeräten Biomarkern und Signalstoffen auf der Spur
24.10.2011 | In den Lebenswissenschaften spielen bildgebende Verfahren wie zum Beispiel die Mikroskopie eine zentrale...
weiter in Mit Großgeräten Biomarkern und ...Weinfreunde erwartet toller Jahrgang
18.10.2011 | Die deutschen Weinerzeuger freuen sich über einen sehr guten Jahrgang 2011, der in nahezu allen Anbaugebieten...
weiter in Weinfreunde erwartet toller ...Verleihung des hessischen Ökopreises an Armin Trube
16.06.2011 | "Wir freuen uns sehr, die Ehrenplakette in Bronze an Armin Trube zu verleihen. Er ist eine herausragende...
weiter in Verleihung des hessischen ...Aktuelles
DFG unterstützt Kongresse und Tagungen
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt im Januar...
weiter ...Neuigkeiten
Neuer Windpark bei Polch versorgt 6.000 Haushalte mit sauberem Strom
pfalzwind GmbH bringt fünf Windräder nach nur vier Monaten...
weiter ...Media Alert: Yahoo! Mail jetzt auch auf dem iPad
Nachdem vor einem Monat bereits die Yahoo! Homepage für das...
weiter ...Weitere Themen
Reißfest, wasserdicht und kompostierbar: die Biomülltüte aus Ecovio
Bioabbaubarer Kunststoff hat sich im Praxistest bewährt
weiter ...Archiv
Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...Bundesministerin Aigner: Fischbestände nachhaltig bewirtschaften und Ressourcen der Meere schützen
Fangquoten für Fischbestände in der Ostsee für 2012...
weiter ...Verschiedenes
Vom Stall in die Gasleitung
Biogasanlage Barleben vergärt überwiegend Schweinegülle und...
weiter ...LGL: Kongress Gesunde Umwelt - Gesunde Bevölkerung vom 9. bis 11. November 2011 am LGL in München
Zweiter gemeinsamer Kongress des Öffentlichen...
weiter ...
