Palmölindustrie verdient keine Weltbank-Kredite
Anlass für das Moratorium war ein Kredit der International Finance Cooperation (IFC) für den Palmöl-Multi Wilmar. Nach einer Beschwerde von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen leitete der Ombudsmann des IFC (Compliance Advisory Ombudsman) eine Untersuchung ein. Ergebnis: Wilmar war im indonesischen West-Kalimantan in zahlreiche Landrechtskonflikte verwickelt. Im August 2009 erklärte Weltbank-Präsident Robert Zoellick daraufhin ein Moratorium seiner Bank für alle weiteren Palmöl-Investments. Wilmar beliefert mit seinem Palmöl viele große Konsumgüter-Konzerne - unter ihnen Unilever -, die daraus Markenprodukte, z.B. Rama-Margarine, herstellen. ROBIN WOOD hat die schmutzigen Palmölgeschäfte von Unilever und Wilmar mehrfach mit Protestaktionen öffentlich angeprangert.
Die Palmöl-Lobby übt nun Druck auf die Bank aus, das Moratorium wieder zu lockern und industriefreundliche Investitions-Leitlinien für den Palmöl-Sektor zu beschließen. Der von der Weltbank erarbeitete Leitlinien-Entwurf lässt nichts Gutes erwarten. Zwar werden darin die negativen Auswirkungen des Palmölbooms fein säuberlich aufgelistet, es wird aber kein Plan erkennbar, wie die Bank weiteren Schaden bei fortgesetzten Investitionen vermeiden will.
ROBIN WOOD fordert, dass die Weltbank dauerhaft auf die Förderung von industriellen Ölpalmen-Plantagen verzichtet. Stattdessen müssen kleinbäuerliche Strukturen mit Krediten unterstützt werden. Die Weltbank sollte ihrem Anspruch gerecht werden, die Armut zu bekämpfen. Sie sollte daran mitwirken, die Zivilgesellschaft zu stärken und insbesondere die Situation der UreinwohnerInnen in Ländern wie Indonesien zu verbessern.
Seit 1965 hat die Weltbank-Gruppe mehr als zwei Milliarden Dollar in 45 Palmöl-Projekte weltweit investiert, obwohl die Palmölindustrie mitverantwortlich ist für Regenwaldzerstörung, Landraub und Klimakatastrophe.
"Wenn die Weltbank weiterhin Geld in das Palmöl-Business pumpt, dann wird die Zerstörung der letzten Wälder in Indonesien beschleunigt und der Klimawandel angeheizt", sagt ROBIN WOOD-Tropenwaldreferent Peter Gerhardt, der für ROBIN WOOD die Anhörung in Frankfurt verfolgt. "Das Zerstörungswerk von Landräubern wie Wilmar darf nicht auch noch öffentlich subventioniert werden.
Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.
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