Protest gegen Kohlekraftwerk in Mannheim

14.10.2008 | Mannheim
Heute Morgen haben vier AktivistInnen von ROBIN WOOD einen Verladekran des Großkraftwerks Mannheim im Stadtteil Neckarau am Mannheimer Rheinufer besetzt und in etwa 40 Meter Höhe ein Transparent mit der Aufschrift „Saubere Kohle ist eine dreckige Lüge“ entrollt.

Heute Morgen haben vier AktivistInnen von ROBIN WOOD einen Verladekran des Großkraftwerks Mannheim im Stadtteil Neckarau am Mannheimer Rheinufer besetzt und in etwa 40 Meter Höhe ein Transparent mit der Aufschrift „Saubere Kohle ist eine dreckige Lüge“ entrollt. Mit ihrer Aktion protestieren sie gegen das Vorhaben der Großkraftwerk Mannheim AG und deren Eigner MVV, EnBW und RWE, den extrem klimaschädlichen und versorgungstechnisch überflüssigen 911 Megawatt-Kohlekraftwerksblock an den Rhein zu stellen. Heute läuft die Einwendefrist im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren um den Block 9 ab. Das Bürgerbündnis „Für die Energiewende - Nein zu Block 9“ kritisiert in seinen Einwendungen vor allem die giftigen Abgase, die das neue Kraftwerk ausstoßen würde, darunter hochtoxische Schwermetalle, Smog verursachende Stickoxide, gesundheitsschädlichen Feinstaub und das für den Klimawandel mitverantwortliche Gas Kohlendioxid. Der am Bedarf der Region vorbei geplante Neubau würde die Verstromung von Kohle in Mannheim auf weitere 40 Jahre festschreiben. Die ROBIN WOOD-AktivistInnen unterstützen das Bürgerbündnis und fordern statt des neuen Kraftwerksblocks den sofortigen Umstieg auf erneuerbare Energien. Dieser muss einhergehen mit einer Dezentralisierung der Energieproduktion unter Nutzung effizienter Kraft-Wärme-Kopplung und einer Senkung des Energieverbrauchs. „Für den Gemeinderat scheint nicht das Wohl der Menschen im bereits jetzt stark belasteten Rhein-Neckar-Dreieck im Vordergrund zu stehen, sondern der Profit des Energieversorgers MVV und der großen Konzerne. Auch an die Klimafolgen einer solch kurzsichtigen Politik denkt anscheinend niemand“, sagt Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD. „Wir fordern daher die Mannheimer Bevölkerung auf, der Klimapolitik ihrer Stadtoberen die Rote Karte zu zeigen und zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.“ Beim öffentlichen Erörterungstermin am 26. November 2008 in der Rheingoldhalle wird das Regierungspräsidium über die eingegangenen Einwendungen befinden. Sollten die Einwendungen keine Berücksichtigung finden, wird über Klagen nachgedacht.

Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.

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