Qualitätsweinexporte im Plus

22.03.2011 | Mainz
Qualitätsweine aus den deutschen Anbaugebieten waren 2010 international wieder stärker gefragt. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, wuchsen die ausgeführten Qualitätswein­mengen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 1,25 Mio. Hektoliter.

Der Umsatz des Qualitätsweinexports legte um sechs Prozent auf 285 Mio. Euro zu. Dies entspricht einem Anteil von 80 Prozent am Gesamtumsatz der deutschen Weinexporte. Der verbleibende Anteil verteilt sich auf Landweine und Weine ohne nähere Herkunftsbezeichnung. "Wir haben uns insbesondere in den Überseeländern von der Wirtschafts­krise erholt. Die Qualitätsweinexporte bewegten sich im vergangenen Jahr wieder auf dem Niveau von 2007", erklärte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule im Vorfeld der internationalen Weinmesse ProWein in Düsseldorf. (Hier die Statistik zum Download)

Erfreuliche Entwicklung in USA

Besonders erfreulich entwickelte sich dieses Jahr Deutschlands wichtigster Wein­exportmarkt USA mit Absatzsteigerungen von 19 Prozent und einem Umsatzplus von 17 Prozent im Qualitätsweinsektor. Mit 94 Mio. Euro wird mittlerweile ein Drittel der Wertschöpfung vom gesamten Qualitätsweinexport auf dem US-Markt erzielt. An zweiter Stelle stehen die Niederlande, wo mit 30 Mio. Euro elf Prozent des Gesamtumsatzes generiert werden. Im Vergleich zu 2009 stiegen die ausgeführten Mengen in das Nachbarland um sechs Prozent auf 193 Mio. Hektoliter, der Umsatz ging leicht um drei Prozent zurück.

In Großbritannien mussten die deutschen Weinexporteure Umsatzverluste von 16 Prozent und Absatzrückgänge von sieben Prozent im Qualitätsweinsegment hinnehmen. "Der britische Markt ist zwar weiterhin schwierig. Erfreulich ist aber, dass der Durchschnittspreis für unsere Weine im dortigen Lebensmittelhandel im vergangenen Jahr um acht Prozent gestiegen ist, was auf deutliche Zuwächse im Preisbereich von über fünf Pfund zurückzuführen ist. Zudem stimmen uns die zunehmend positive Berichterstattung sowie die wachsende An­erkennung unserer Weine bei den Multiplikatoren der britischen Weinszene zuversichtlich, dass wir in den nächsten Jahren wieder mit besseren Ergebnissen aus Großbritannien rechnen können", so die DWI-Chefin.

Riesling boomt in Skandinavien

Skandinavien ist für die deutschen Weißweine ein sehr interessanter Markt. In Norwegen waren sie - und hier insbesondere die Rieslinge - die am meisten verkauften Weißweine 2010. In Schweden belegten die deutschen Exporteure den zweiten und in Finnland den dritten Platz im Weißweinsektor. Nach Angaben des norwegischen Monopols stammte rund jede dritte Flasche Weißwein aus Deutschland - mit wachsender Tendenz: die Qualitätswein­ausfuhren legten 2010 nochmals um 18 Prozent im Wert und um zwölf Prozent in der Menge zu. Damit steht Norwegen mittlerweile an vierter Stelle im Ranking der deutschen Weinexportmärkte.

Unter positiven Vorzeichen standen die Qualitätsweinexporte 2010 auch in kleineren Märkten. Insbesondere China scheint Riesling & Co. für sich entdeckt zu haben, worauf Umsatz- und Absatzzuwächse von 35 bzw. 17 Prozent hindeuten. Umsatzsteigerungen gab es zudem auch in Ländern wie Kanada (+ 15 %), Russland (+ 11 %), Japan (+ 4 %) oder der Schweiz (+ 12 %).

Sehr dynamisch hat sich auch Hongkong im letzten Jahr entwickelt, wenn auch noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Begünstigt durch den Wegfall der Einfuhrzölle in 2008 wuchs der Wert der Qualitätswein­exporte um 49 Prozent, bei einem äußerst attraktiven Durchschnittspreis von 8,28 € pro Liter.

Auf lange Sicht sieht DWI-Geschäftsführerin Reule der Entwicklung der Qualitätsweinexporte positiv entgegen. Aufgrund der überdurchschnittlich kleinen Erntemengen des Jahrgangs 2010, sind ihrer Meinung nach jedoch in diesem Jahr bei einigen Rebsorten Versorgungsengpässe und damit verbundene Export­rückgänge nicht ausgeschlossen.

Quelle: Pressemeldung Deutsches Weininstitut GmbH

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