ROBIN WOOD-Protest gegen Atom-Lobby in der Hamburger Handelskammer

29.04.2010 | Hamburg
Ein ROBIN WOOD-Banner mit der Aufschrift "Für Ökostrom - Vattenfall abschalten" prangt heute über dem Eingang zur Hamburger Handelskammer. Dort findet ab 17 Uhr eine Veranstaltung zur "Zukunft der Kernenergie" statt. ROBIN WOOD-AktivistInnen verteilen Flyer an die Gäste der Veranstaltung. Sie fordern den sofortigen Atomausstieg und rufen alle HamburgerInnen dazu auf, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.

"Atomenergie hat in Deutschland keine Zukunft. Der Protest gegen diese hochgefährliche Technologie ist so stark wie seit Jahrzehnten nicht. Das haben die Demonstrationen mit über 120.000 TeilnehmerInnen am vergangenen Samstag eindrucksvoll bewiesen. Die Handelskammer aber scheint das nicht wahrhaben zu wollen und steht der Energiewende in Hamburg im Weg", sagt Lars Wilke von ROBIN WOOD Hamburg. "Die Atomindustrie hat in jeder Hinsicht abgewirtschaftet: Atomstrom ist teuer, gefährlich, verseucht die Umwelt und gefährdet die Demokratie."

Die beiden Schrottreaktoren Krümmel und Brunsbüttel liegen nicht weit von der Metropole Hamburg entfernt. Beide Vattenfall-Meiler sind nun seit über zwei Jahren wegen Pannenserien vom Netz. Wie kein anderer Energiekonzern ist Vattenfall in die Kritik geraten. Behörden und Politiker zweifelten öffentlich an der gesetzlich gebotenen Zuverlässigkeit des schwedischen Betreibers. Die schwedische Atomaufsicht bescheinigte dem Unternehmen "Mängel in der Sicherheitskultur". Die Hamburger Handelskammer aber macht den Bock zum Gärtner und bietet ausgerechnet einem Mitarbeiter dieses Skandal-Konzerns die Bühne als Redner zum Thema "Zukunft der Kernenergie: die sicherheitsorientierte Perspektive".

Der Glaubwürdigkeitsschwund, den der Konzern nach den Störfällen in seinen AKWs und dem vorläufig gescheiterten Fernwärmetrassenbau für das Kohlekraftwerk Moorburg erlebt hat, wird sich aber auch durch solche Veranstaltungen nicht aufhalten lassen. Vattenfall verliert in Hamburg KundInnen. Dieser Trend wird sich fortsetzen - zumal es empfehlenswerte Alternativen gibt. Es ist eine Sache von wenigen Minuten, Vattenfall den Stecker zu ziehen und zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.

Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.

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