Röttgen muss EEG ökologischer gestalten
"Die vom Umweltministerium vorgeschlagenen Vergütungssätze ab 2012 konterkarieren eine nachhaltige und umweltverträgliche Weiterentwicklung der Biogas-Produktion in Deutschland", kritisieren Jan Plagge, Präsident von Bioland, und Hans Hohenester, Vorsitzender des Naturland Präsidiums, unisono die Pläne des Umweltministeriums. Aktuell steigt in Regionen mit vielen Biogas-Anlagen der Maisanteil mit entsprechend negativen Umweltwirkungen rapide an. Die Lebensmittelerzeugung muss wieder Vorrang haben und die umweltverträgliche Biogas-Erzeugung muss bevorzugt gefördert werden, fordern Bioland und Naturland in ihrer Stellungnahme.
Dezentrale Kleinanlagen benachteiligt
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hält einen "konsequenten Abbau der Überförderung insbesondere bei kleinen Biomasseanlagen für unabdingbar" und setzt einseitig auf die Förderung von Großanlagen. Kleinanlagen wären nach den Plänen des BMU damit zukünftig unwirtschaftlich. "Kleinere Biogas-Anlagen werden durch das derzeitige EEG 2009 im Gegensatz zur Einschätzung des BMU bereits heute unzureichend honoriert", so die Präsidenten Plagge und Hohenester. Die Grundvergütung für Kleinanlagen muss daher wesentlich attraktiver gestaltet werden, fordern beide Verbände. Nur so lassen sich Reststoffe wie Gülle und Mist besser für die Biogas-Produktion erschließen.
Einsatz von umweltverträglichen Substraten fördern
Umweltverträgliche Substrate wie Gülle und Mist, Kleegras, Gras aus der Grünlandpflege, Blühmischungen sowie Zwischenfrüchte stehen in keiner Konkurrenz zur Lebensmittelerzeugung. Sie sollten daher für die Biogas-Herstellung vordringlich erschlossen werden. Deshalb fordern die Verbände fünf Cent / kWh und damit einen wesentlich höheren Bonus als vom BMU mit zwei Cent / kWh vorgesehen. Einen Zuschlag von einem weiteren Cent / kWh sollen ökologisch wirtschaftende Betriebe erhalten, wenn alle Substrate zu 100 Prozent aus dem ökologischen Landbau stammen. So könnten die Aufwüchse von Bracheflächen in Öko-Marktfruchtbetrieben verstärkt als Reststoffe energetisch verwertet und der anfallende Gärrest als wertvoller Pflanzendünger verwendet werden. Somit könnte die Biogas-Produktion ökologischer gestaltet werden.
Die Bundesregierung hat sich in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche auf Öko-Landbau umzustellen. Mit der Novellierung des EEG 2012 sollten daher die Entwicklungschancen des ökologischen Landbaus verbessert werden, fordern Bioland und Naturland.
Quelle: Pressemeldung Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V.
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