Schavan: "Gentechnik kann Beitrag zur Welternährung leisten"

08.06.2010 | Berlin
Bundesforschungsministerin kündigt Initiative zur Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern an. 3. Runder Tisch zur Pflanzengenetik in Berlin

Im Jahr 2050 werden rund 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben, das sind über 25 Prozent mehr als heute. Zugleich ist allerdings die landwirtschaftlich nutzbare Fläche begrenzt, der Klimawandel führt zu extremen Witterungsverhältnissen mit Trockenheit, Versalzung der Böden und akutem Wassermangel. "Ich bin davon überzeugt, dass gentechnische Ansätze einen Beitrag zur Welternährung leisten können, indem robustere Pflanzen entwickelt werden, die Dürre oder Kälteeinbrüche besser als bisher standhalten können", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan anlässlich des dritten Runden Tisches Pflanzengenetik am Dienstag. "Neben technischen Optimierungen müssen allerdings auch Ansätze der konventionellen und ökologischen Agrarforschung sowie sozialwissenschaftliche Fragen insbesondere mit Blick auf die Lage in den Entwicklungsländern berücksichtigt werden."

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird deshalb zusammen mit dem Bundesentwicklungs- und dem Bundeslandwirtschaftsministerium eine Förderinitiative erarbeiten, die für sämtliche Forschungsmethoden offen ist. Die Initiative zur Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung und Entwicklung mit den Entwicklungsländern soll im Herbst 2010 vorgestellt werden. Dabei steht vor allem die Ernährungssicherheit im Mittelpunkt. "Die Initiative wird auch die Diskussionsergebnisse des Runden Tisches berücksichtigen", betonte Schavan. "Das Ziel der neuen Förderstrategie ist es, Brücken zu bauen zwischen Forschung und Anwendung, zwischen Chancen nutzen und verantwortungsvollem Handeln im Sinne der Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt. Forschung für die weltweite Ernährungssicherheit unter Berücksichtigung der Potenziale sämtlicher Forschungsansätze spielt dabei eine Schlüsselrolle."

Bereits heute bauen weltweit 14 Millionen Landwirte auf über 130 Millionen Hektar gentechnisch-veränderte Pflanzen an. Schavan: "Davor kann man nicht die Augen verschließen. Verantwortung global und für zukünftige Generationen zu übernehmen, bedeutet auch, über Chancen und Möglichkeiten neuer Technologien zu reden. Wir haben nicht nur Verantwortung für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun."

Am Ende zähle nicht die Methode, sondern das beste Ergebnis. "Die Diskussionen am Runden Tisch haben gezeigt, dass wir das gesamte Spektrum der zur Verfügung stehenden Forschungsmethoden verantwortungsbewusst für die weltweite Ernährungssicherheit einsetzen müssen", so Schavan. "Wir werden daher auch die biologische Sicherheitsforschung fortsetzen und weiterentwickeln, um mit der dynamischen Entwicklung Schritt zu halten."

Schavan kündigte daher einen vierten Runden Tisch zur Pflanzengenetik unter der Leitung von Staatssekretär Georg Schütte an. Dabei soll das Thema der Biologischen Sicherheitsforschung im Mittelpunkt stehen.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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