Schwarz-Gelb schädigt mit Gen-Kartoffel Amflora Verbraucher, Bauern und Mittelstand

07.05.2010 | Berlin
Zur Ablehnung unseres Antrages "Anbau von gentechnisch veränderter Kartoffel Amflora verhindern" im Bundestag erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Agrogentechnik und Ernährungspolitik:

Schwarz-Gelb hat mit der Ablehnung unseres Antrages bewiesen, dass ihnen trotz breiter Proteste die Klientel-Interessen von BASF wichtiger sind als der Schutz von Umwelt, Gesundheit, Verbraucherinnen und Verbaucher sowie der Lebensmittel, Futtermittel- und Stärkewirtschaft. Die Bundesregierung kommt weder der Aufforderung des Agrarministerrates der Länder vom 30. April noch ihrer eigenen Zusicherung von Schutzvorgaben zur Vermeidung von Verunreinigungen der gentechnikfreien Kartoffelproduktion nach, wie sie protokollarisch 2007 in Brüssel erklärt wurde.

Die "olle Knolle" aus der Gentechnikmottenkiste belastet aber Wirtschaft sowie Verbraucherinnen und Verbraucher mit hohen Vermeidungskosten vom Anbau über den Transport bis zur Weiterverarbeitung. Dabei ist Amflora völlig überflüssig, da längst konventionell gezüchtete Kartoffelsorten mit der gleichen Stärkezusammensetzung vorhanden sind. Auch große Stärkeproduzenten wollen Amflora ausdrücklich nicht.

Unverantwortlich ist auch die Verwendung der Antibiotika-Marker, die in Lebensmittel gelangen. Die Umweltverbände werden gegen die EU-rechtswidrige Amflora-Zulassung klagen, denn die EU-Freisetzungsrichtlinie lässt seit 2008 keine gefährlichen Resistenzgene gegen Antibiotika in gentechnisch veränderten Organismen (GVO) mehr zu.

Die Union betreibt ein doppeltes und scheinheiliges Spiel, wenn sie in Bayern, Thüringen und im Saarland zu Recht den Anbau von Gentech-Pflanzen verhindern will, in Berlin und Brüssel aber genau das Gegenteil betreibt.

Wir fordern die Bundesregierung auf, dem Beispiel Österreichs zu folgen und einen sofortigen Anbaustopp für Amflora zu erlassen. Zusätzlich müssen klare Schutzregeln für die gentechnikfreie Kartoffelproduktion unverzüglich erlassen werden.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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