Streuwiesentag im Chiemgau: Anhaltendes Interesse für traditionsreiche Nutzung

03.12.2009 | Augsburg
Streuwiesenmahd bringt wertvolle Streu und erhält den Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste / Streuwiesentag des LfU-Projekts "Riedteufel" am 3.12. in Schleching

In den Streuwiesen bei Schleching trafen sich heute Landwirte und Vertreter aus Verbänden, Fachbehörden und der Kommunalpolitik, um sich beim Streuwiesentag über eine althergebrachte, aber wieder aktuelle Nutzungsform zu informieren: die Streuwiesen-Mahd. Über dieses große Interesse freut sich Albert Göttle, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU): "Die Landwirte erhalten damit das eigenartig schöne Landschaftsbild und zugleich den Lebensraum für viele wertvolle Tiere und Pflanzen", erläuterte er. Denn die blumenreichen Streuwiesen verschwanden in den letzten Jahrzehnten immer mehr: Ohne eine schonende, späte Mahd rauben schnellwachsende Gehölze oder Hochstauden den kleineren Wiesenpflanzen das Licht. Dann verschwinden viele Arten der Streuwiesen wie Sumpfgladiole, Mehlprimel oder Lungenenzian. Aber auch Arten wie der Riedteufel, ein eher unscheinbarer Tagschmetterling, sind heute gefährdet. Das Interesse der Landwirte an einer erneuten Nutzung von Streumaterial ist erfreulich gewachsen, da das Stroh als Dämm- und Brennmaterial oder in Biogasanlagen verstärkt Einsatz findet. Daher wirbt auch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) für die Streuwiesennutzung. Für die Landwirte selber standen die Präsentation moderner Pflegemaschinen und der Erfahrungsaustausch im Vordergrund: Es zeigt sich, dass hochwertige Streu sogar für die Kälberhaltung geeignet ist, so die Experten der LfL und der Öko-Erzeugergemeinschaften. Die Tiere fressen die schmackhaften und gesunden Kräuter aus der Streu teils sehr gerne - man holt sich quasi die Apotheke in den Stall. Das LfU investiert im "Riedteufel"-Projekt in vier Jahren knapp 90.000 Euro, um gemeinsam mit der LfL praxistaugliches Wissen zu erarbeiten und weiterzugeben.

Quelle: Pressemeldung Bayerisches Landesamt für Umwelt

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