"Tierartenpositivliste" soll Wildtier-Haltung auf städtischen Flächen beenden
Heute Vormittag hat der Münchner Kreisverwaltungsausschuss über das Halten von Wildtieren auf städtischen Flächen entschieden. Alle Mitglieder haben parteiübergreifend einen Prüfauftrag entschlossen, der die Einführung einer "Tierartenpositivliste" im Rahmen der Nutzungsordnung für städtische Flächen vorsieht. Sollte dieser Prüfauftrag Gesetz werden, könnte jede Stadt in Zukunft selbst entscheiden, welche Tierarten sie auf städtischen Grundflächen erlauben möchte - und welche nicht. Viele Zirkusse müssten ihr Programm umstellen und auf Wildtier-Dressuren verzichten. Vorbild war das Beispiel der Stadt Kassel, die ab 2010 das Halten von neun Wildtier-Familien in ihrem Stadtgebiet untersagt.
Zusätzlich wurde der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) damit beauftragt, die Bundesregierung nochmals nachhaltig dazu aufzufordern, ein generelles Wildtierhaltungsverbot auf Bundesebene voranzubringen. Bereits 2003 stimmte der Bundesrat in einer Entschließung für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus. Die Gesetzesinitiative wurde von der Bundesregierung jedoch bis heute nicht umgesetzt. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte nicht reagiert, obwohl inzwischen bereits 12 europäische Länder das Wildtier-Verbot nahezu umgesetzt haben. Dr. Edmund Haferbeck, Agrarwissenschaftler der Tierrechtsorganisation PETA, wohnte der Sitzung des Kreisverwaltungsausschusses heute bei. Er erhofft sich von der "Tierartenpositivliste" eine einmalige bundespolitische Signalwirkung. "Besonders gefreut hat es mich, dass während der harten Debatte immer wieder auf eine Reportage hingewiesen wurde, dessen Rechercheergebnisse von PETA stammen."
Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.
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