Über 22.000 blaue Briefe an Ilse Aigner in 48 Stunden

14.01.2010 | Berlin
Bürger/innen verschicken "Blaue Briefe" an Landwirtschaftsministerin Aigner / Kommerzieller Anbau von Gen-Mais soll verboten bleiben / "Frau Aigner muss zu einer verantwortungsvollen Politik zurückkehren"

Innerhalb von 48 Stunden haben bereits über 22 000 Menschen im Internet "blaue Briefe" an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) verschickt. Die Online-Aktion des Kampagnennetzwerkes Campact wendet sich gegen Aigners Kurswechsel in der Gentechnikpolitik. Im April 2009 hatte die Ministerin den Gen-Mais MON810 verboten, während sie nach der Bundestagswahl im EU-Agrarrat für die Einfuhr einer weiteren Genmais-Sorte in die EU gestimmt habe, kritisieren die Unterzeichner/innen der "Blauen Briefe". www.campact.de/gentec/home

"Lebens- und Futtermittel müssen weiterhin von Gentechnik frei bleiben", sagte die Gentechnik-Campaignerin von Campact, Christine Borchers. "Vor der Bundestagswahl hat sich die Ministerin und ihre Partei, die CSU, gegen die Agrogentechnik ausgesprochen. Wenn sie jetzt auf einen Pro-Gentechnik-Kurs umschwenkt, müssen sich die Wähler betrogen fühlen." Die Aktion wendet sich auch gegen die im schwarz-gelben Koalitionsvertrag angekündigte Aufweichung der Null-Toleranz-Regelung für nicht in der EU zugelassene Gentech-Pflanzen. Bisher dürfen in die EU importierte Lebens- und Futtermittel keine Spuren von in der EU nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen aufweisen. In den Blauen Briefen kündigen die Unterzeichnenden weitere Proteste an, sollte die Bundesregierung nicht zu einer "verantwortungsvollen Politik" zurück kehren.

Demnächst wird Aigner in Brüssel darüber abstimmen, ob der Genmais BT11 und 1507 der Agrokonzerne Syngenta und Pioneer europaweit zum kommerziellen Anbau zugelassen wird. Zudem muss sie im EU-Agrarrat über die Neuzulassung des Genmais MON810 des Agrokonzerns Monsanto mitentscheiden. 2009 hatte Aigner den Anbau des Genmaises MON810 in Deutschland verboten. "Seid Aigners Genmais-Verbot im letzten April hat sich an den Risiken der Agrogentechnik nichts geändert. Wenn die Ministerin jetzt umschwenkt, dann macht sie sich völlig unglaubwürdig", sagte Borchers.

Die Online-Aktion wird vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, der Grünen Liga, Bioland, dem Genethischen Netzwerk, dem Umweltinstitut München, den Naturfreunden und vielen weiteren Organisationen unterstützt.

Quelle: Pressemeldung Campact e.V.

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