Unilever verdient am Raubbau für Palmöl
Außerdem verteilten sie Aufrufe an die AktionärInnen, den Vorstand nicht zu entlasten und auf Palmöl aus Raubbau zu verzichten. Zeitgleich protestierten ROBIN WOOD-AktivistInnen mit einer Transparentaktion vor der Deutschland-Zentrale von Unilever in der Hamburger Hafen-City.
Der niederländisch-britische Unilever-Konzern ist der größte Palmöl-Einkäufer weltweit. Den Großteil dieses Rohstoffs bezieht er aus Indonesien. Das billige Fett landet als Zutat in Markenartikeln wie Rama, Langnese und Knorr. Rund 9,4 Millionen Hektar der Landesfläche sind in Indonesien bereits in Ölpalmen-Plantagen umgewandelt worden. Jährlich kommen zurzeit etwa 600.000 Hektar hinzu. Der Palmöl-Boom hat verheerende Folgen, weil die tropische Region für die Artenvielfalt und das weltweite Klima unersetzlich ist. Zudem sind Millionen Menschen durch Landraub für die riesigen Monokulturen in ihrer Existenz bedroht.
"Wir wollen den Palmöl-Boom stoppen. Unilever ist als weltweit größter Einkäufer von Palmöl dafür ein entscheidender Player", sagt ROBIN WOOD-Tropenwaldreferent Peter Gerhardt. "Deshalb haben wir heute Unilever-Chef Paul Polman in einem offenen Brief aufgefordert, seine Lieferanten darauf zu verpflichten, ab sofort keine neuen Palmölplantagen mehr anzulegen. Sonst macht sich der Konzern mitschuldig an Naturzerstörung, Klimawandel und Menschenrechtsverletzungen."
Einer der wichtigsten Lieferanten von Unilever ist bislang der Wilmar-Konzern. Er betreibt riesige Ölpalmen-Plantagen in Indonesien, will dort noch weiter expandieren und schreckt auch vor dem Einsatz von Gewalt nicht zurück. "Dorfbewohner haben uns bei einer Recherchereise 2009 durch die indonesische Provinz Jambi berichtet, wie sie von den Schergen von Wilmar mit Waffen bedroht wurden, damit sie ihr Land für Palmölplantagen hergeben", berichtet Gerhardt. Dies sind keine Einzelfälle. Wegen massiver Landkonflikte, die Wilmar mit der lokalen Bevölkerung im indonesischen West-Kalimantan austrägt, hat die Weltbank generell die Förderung von Palmöl-Plantagen in Indonesien aufgegeben.
"Wir fordern ein Verbot, neue Plantagen anzulegen", sagt Nordin, Vorstand der indonesischen Organisation "Save our Borneo". "Wir sind auf den Wald angewiesen als Schutz vor Überschwemmungen, für das ökologische Gleichgewicht und als Nahrungs- und Lebensgrundlage."
Unilever versucht die massive Kritik mit dem Versprechen zu entschärfen, künftig mehr RSPO-zertifiziertes Palmöl einzukaufen. Mit dem RSPO-Siegel (Roundtable für Sustainable Palmoil) soll Palmöl gekennzeichnet werden, das angeblich nachhaltig produziert wurde. Tatsächlich sind die Standards dieses von der Industrie dominierten Siegels jedoch ausgesprochen lasch. Für die Neuanlage von Plantagen darf demnach weiterhin Wald zerstört werden. Die meisten der beim RSPO beteiligten Palmölkonzerne verfolgen denn auch einen aggressiven Expansionskurs auf Kosten der Natur.
Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.
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