Unsere Ozeane - geplündert und gefährdet

23.02.2010 | Berlin
Den größten Lebensraum auf diesem Planeten bilden die Ozeane. Sie bedecken 70 Prozent der Erdoberfläche - aber weniger als ein Prozent der Meere steht unter Naturschutz. Ihre Bedrohung durch industrielle Fischerei, Verschmutzung oder Rohstoffabbau nimmt in den letzten Jahrzehnten stark zu.

Der WWF empfiehlt die eindrucksvolle Naturdokumentation "Unsere Ozeane" als einen Film, der die Augen öffnet für die Faszination und Verwundbarkeit des Lebensraum Ozean.

Mit atemberaubenden Aufnahmen macht er die Unterwasserwelt erlebbar und sensibilisiert für die Schönheit und Lebensvielfalt der Meere, für ihr komplexes Zusammenspiel - und für die Zerbrechlichkeit ihres ökologischen Gleichgewichts.

"Der Film zeigt die Fülle und Vielfalt des marinen Lebens, die uns sonst verborgen bleibt. In der Fischerei schöpfen wir aber längst nicht mehr aus dem Vollen. Acht von zehn kommerziell genutzten Fischbeständen sind überfischt und ausgebeutet. Überfischung ist sicher die größte Bedrohung für unsere Meere", sagt Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF. "Ein Protagonist des Films - der Rote Tun - steht im Mittelmeer kurz vor der Auslöschung." Im März 2010 werden 175 Staaten darüber abstimmen, ob der Rote Tunfisch in Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgenommen wird - damit hätte der König der Meere den gleichen Schutzstatus wie die vom Aussterben bedrohten Tiger.

Die Plünderung der Meere beschränkt sich jedoch nicht auf Fischerei. Die Rohstoffgewinnung aus dem Meer spielt angesichts zunehmend erschöpfter Quellen an Land eine wachsende Rolle für die Weltwirtschaft. Rund 30 Prozent des Rohöls stammt heute schon von Förderanlagen im Meer. Die Lizenzen für den Abbau von Manganknollen in der pazifischen Tiefsee sind bereits verteilt. Die Bewohner der Tiefsee sind jedoch an außerordentlich konstante Bedingungen angepasst. Daher sind die ökologischen Risiken solcher Eingriffe nach Ansicht des WWF kaum abzuschätzen.

Marine Biodiversität umfasst vom winzigen Plankton bis zum größten Tier der Welt, dem majestätischen Blauwal, eine Vielzahl spezialisierter Lebensformen. Etwa 230.000 Arten sind bisher bekannt, Tausende warten in der Tiefsee noch auf ihre Entdeckung. Sie alle sind zunehmender Verschmutzung durch Zivilisationsmüll, ungeklärte Abwässer aus Schifffahrt und Industrie, und massiven Nährstoffeinträgen durch Düngemittel aus der Landwirtschaft ausgesetzt, die die Bildung von sauerstoffarmen "Todeszonen" vorantreiben. Giftstoffe und Müll verbreiten sich durch Strömungen und Wind von dicht besiedelten Küsten bis zu besonders empfindlichen Regionen. Der WWF fordert zum Schutz der Ozeane ein Netz aus Meeresschutzgebieten, um besonders sensible marine Ökosysteme zu schützen Auch die Einrichtung von fischereifreien Zonen und eine nachhaltig ausgerichtete Bewirtschaftung der Fischbestände sei Voraussetzung für den Erhalt unserer Ozeane.

Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland

Dieser Beitrag wurde bisher 64 mal gelesen.
(Rang 570 auf landwirtschaft-und-politik.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Geschenke für Mitarbeiter

13.03.2012 | In jedem Unternehmen bieten sich Gelegenheiten, bei denen die Mitarbeiter beschenkt werden können, so zum...

weiter in Geschenke für Mitarbeiter ...

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen

16.11.2011 | Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt im Januar 2012 folgende Kongresse und Tagungen:

weiter in DFG unterstützt Kongresse und ...

Mit Großgeräten Biomarkern und Signalstoffen auf der Spur

24.10.2011 | In den Lebenswissenschaften spielen bildgebende Verfahren wie zum Beispiel die Mikroskopie eine zentrale...

weiter in Mit Großgeräten Biomarkern und ...

Weinfreunde erwartet toller Jahrgang

18.10.2011 | Die deutschen Weinerzeuger freuen sich über einen sehr guten Jahrgang 2011, der in nahezu allen Anbaugebieten...

weiter in Weinfreunde erwartet toller ...

Verleihung des hessischen Ökopreises an Armin Trube

16.06.2011 | "Wir freuen uns sehr, die Ehrenplakette in Bronze an Armin Trube zu verleihen. Er ist eine herausragende...

weiter in Verleihung des hessischen ...



Aktuelles

Geschenke für Mitarbeiter

In jedem Unternehmen bieten sich Gelegenheiten, bei denen...

weiter ...

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt im Januar...

weiter ...

Neuigkeiten

Neuer Windpark bei Polch versorgt 6.000 Haushalte mit sauberem Strom

pfalzwind GmbH bringt fünf Windräder nach nur vier Monaten...

weiter ...

Media Alert: Yahoo! Mail jetzt auch auf dem iPad

Nachdem vor einem Monat bereits die Yahoo! Homepage für das...

weiter ...

Weitere Themen

Windenergienutzung im Wald

Fachseminar vermittelt fundierte Kenntnisse über...

weiter ...

Reißfest, wasserdicht und kompostierbar: die Biomülltüte aus Ecovio

Bioabbaubarer Kunststoff hat sich im Praxistest bewährt

weiter ...

Verschiedenes

Vom Stall in die Gasleitung

Biogasanlage Barleben vergärt überwiegend Schweinegülle und...

weiter ...