WWF-Protest mit Fisch-Müllwagen
Aus einem großen, orangefarbenen Müllwagen ragt eine riesige Fisch-Schwanzflosse. "Meerestiere sind kein Müll! Stoppt Beifang!" prangt als Motto auf dem LKW. Damit protestiert der WWF in Brüssel gegen das millionenfache Töten von Fischen, Walen, Seevögeln und anderen Bewohnern des Meeres, die als sinnloser Beifang in der europäischen Fischerei verenden. Laut eines WWF-Berichtes werden allein in der Nordsee pro Jahr eine Million Tonnen Fisch wie Müll wieder über Bord geworfen. "Diese Rückwurf-Praxis muss beendet werden. Wir fordern einen europäischen Aktionsplan gegen die gigantische Verschwendung von Meerestieren", so WWF-Expertin Karoline Schacht.
Während die Aktivisten vor den Türen des Brüsseler Ratsgebäudes demonstrieren, beraten dahinter die EU-Fischereiminister über die neuen Fangquoten in Nordsee und Nordostatlantik. Das Thema Beifang steht ganz oben auf der Tagesordnung. Den Ministern liegt eine Vereinbarung zwischen der EU und Norwegen vor, mit der ab 2009 in der Nordsee eine besonders schädliche Praxis verboten werden soll - das so genannte "high-grading". Fischer, die zum Beispiel auf Kabeljaufang gehen, dürfen dann nicht mehr wie bisher marktfähigen Fisch über Bord werfen, nur um für noch größere Exemplare Platz zu schaffen. Zudem sollen zeitlich und räumlich flexible Schutzzonen den jungen Kabeljau davor bewahren, noch vor seiner Fortpflanzungsfähigkeit als Beifang zu enden. Erstmals werden die Fischer auch darauf verpflichtet, selektivere Netze einzusetzen, die den Kabeljau-Beifang drastisch senken.
"Damit würde einer alltäglichen Variante der sinnlosen Plünderung ein Riegel vorgeschoben", so WWF-Expertin Schacht. Weil mit dem Aktionsplan jeder gefangene Kabeljau angelandet werden soll, will die EU gleichzeitig die Fangquote um 30 Prozent anheben. Dies sei im Prinzip in Ordnung, so der WWF - wenn die Industrie die neuen Maßnahmen wirklich umsetze. "Das ist derzeit noch ein riskantes Spiel. Denn der Beifang-Aktionsplan ist noch nicht erprobt. Am Ende könnten wir schlimmstenfalls beides haben - eine höhere Quote und viel Kabeljau-Rückwurf. Das wäre dramatisch", so Schacht. Wichtig sei, dass das Schonprogramm für den Kabeljau konsequent umgesetzt werde, denn der Bestand erhole sich gerade von einem historischen Tiefstand.
Die Umweltschützer fordern weitere Schritte, um die Rückwurf-Praxis in allen EU-Fischereien komplett zu unterbinden. Durch einen intelligenten Aktionsplan könnten die Beifangraten um bis zu 90 Prozent gesenkt werden. Spätestens bis zur Fischereireform 2012 müsse das Rückwurf-Verbot auf den Weg gebracht werden, so der WWF. "Angesichts des desolaten Zustandes der europäischen Meere dürfen wir im Grunde keinen Tag mehr verlieren", appelliert Schacht an die Fischereiminister.
Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland
Dieser Beitrag wurde bisher 116 mal gelesen.
(Rang 189 auf landwirtschaft-und-politik.de)
Weitere News
Neuer Windpark bei Polch versorgt 6.000 Haushalte mit sauberem Strom
25.04.2012 | pfalzwind GmbH bringt fünf Windräder nach nur vier Monaten Bauzeit ans Netz. Wichtiger Beitrag zur...
weiter in Neuer Windpark bei Polch versorgt ...Media Alert: Yahoo! Mail jetzt auch auf dem iPad
22.11.2011 | Nachdem vor einem Monat bereits die Yahoo! Homepage für das Tablet vorgestellt wurde, folgt nun die spezielle...
weiter in Media Alert: Yahoo! Mail jetzt auch ...Einheitliche internationale Lebensmittel-Standards für Bekämpfung von Unterernährung bei Kindern
18.11.2011 | Codex-Komitee für Ernährung und diätetische Lebensmittel berät über weltweite Richtlinien für Lebensmittel für...
weiter in Einheitliche internationale ...Allgäu Initiativ Konferenz beschließt Resolution aufgrund Bundeswehr-Standortschließungen
14.11.2011 | Gremium möchte mit Forderungen betroffene Kommunen unterstützen
weiter in Allgäu Initiativ Konferenz ...Urlaub im Rhythmus der Natur: Mit gutem Gewissen die niedersächsische Nordsee genießen
14.10.2011 | Klimaschutz, Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit prägen seit langem den Tourismus an der niedersächsischen...
weiter in Urlaub im Rhythmus der Natur: Mit ...Aktuelles
DFG unterstützt Kongresse und Tagungen
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt im Januar...
weiter ...Neuigkeiten
Neuer Windpark bei Polch versorgt 6.000 Haushalte mit sauberem Strom
pfalzwind GmbH bringt fünf Windräder nach nur vier Monaten...
weiter ...Media Alert: Yahoo! Mail jetzt auch auf dem iPad
Nachdem vor einem Monat bereits die Yahoo! Homepage für das...
weiter ...Weitere Themen
Reißfest, wasserdicht und kompostierbar: die Biomülltüte aus Ecovio
Bioabbaubarer Kunststoff hat sich im Praxistest bewährt
weiter ...Archiv
Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...Bundesministerin Aigner: Fischbestände nachhaltig bewirtschaften und Ressourcen der Meere schützen
Fangquoten für Fischbestände in der Ostsee für 2012...
weiter ...Verschiedenes
Vom Stall in die Gasleitung
Biogasanlage Barleben vergärt überwiegend Schweinegülle und...
weiter ...LGL: Kongress Gesunde Umwelt - Gesunde Bevölkerung vom 9. bis 11. November 2011 am LGL in München
Zweiter gemeinsamer Kongress des Öffentlichen...
weiter ...
