"Zum morgigen Welttag zur Bekämpfung der Wüstenbildung: WWF warnt vor Verlust gigantischer Nutzflächen"
Die Folgen des Klimawandels in Form von steigenden Temperaturen und längeren Trockenperioden beschleunigen den Prozess. Besonders in trockenen Klimazonen werden immer mehr Gebiete unfruchtbar. Weltweit stehen Landflächen von der dreieinhalbfachen Größe Europas vor dem "Umkippen".
"Wir stehen vor einer globalen Krise, was die Nutzbarkeit der fruchtbaren Landflächen auf der Erde angeht", so WWF Wasserexpertin Dorothea August. "Sollte es keinen entscheidenden Wandel geben, werden sich bis 2050 etwa 200 Millionen Menschen in Folge der Wüstenbildung eine neue Heimat suchen müssen. Weil fruchtbares Land immer knapper wird, drohen Hungersnöte, Armut und schwerwiegende soziale, wirtschaftliche und politische Konflikte".
Auch in Europa drohen gravierende Landverluste durch Wüstenbildung, so etwa im Mittelmeerraum. Hoher Dünger- und Pestizideinsatz, intensive Bewässerungslandwirtschaft und Eingriffe in die Wasserläufe etwa durch den Bau von Stauseen verändern das natürliche Gleichgewicht. Besonders betroffen ist Spanien, wie eine aktuelle WWF-Studie zeigt, die am Mittwoch vorgelegt wird. In den andalusischen Provinzen Huelva und Sevilla werden der Natur große Mengen an Wasser entnommen, um Orangen- oder Erdbeerplantagen zu bewässern. Dadurch sind Fließgewässer- und Grundwasserpegel drastisch gesunken.
Der WWF ruft die Staaten der Europäischen Union zu stärkeren Anstrengungen im Kampf gegen Desertifikation auf. "Die Mittelmeeranrainer bilden eine für ganz Europa bedeutsame landwirtschaftliche Anbauregion, die stark übernutzt wird, was mittelfristig fatale Auswirkungen auf die Landnutzungsmöglichkeiten
haben wird", so Dorothea August. "Der Ausweg ist eine grundlegende Umstellung auf eine nachhaltige Landwirtschaft und ein integriertes Wassermanagement, gerade im Bereich der Bewässerungslandwirtschaft". Verbraucher können der Landzerstörung und Wüstenbildung entgegen wirken, indem sie Produkte nachhaltiger Landwirtschaft kaufen. So gibt es eine Kooperation des WWF mit dem Handelsunternehmen REWE zum umweltverträglichen Erdbeeranbau.
Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland
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